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Bed & Breakfast in Irland

In einem B&B zu übernachten

… ist sicherlich die angenehmste Art, während des Irlandurlaubs unterzukommen – es gibt diese Unterkünfte nämlich nahezu überall, sie sind relativ preiswert und bieten eine weitaus persönlichere Atmosphäre als Hostels oder Hotels.

Bed & Breakfast ist traditionellerweise eine Unterkunft in einem privaten Haus, wo man ein Zimmer mit Bett, einschließlich Badbenutzung, und am anderen Tag Frühstück bekommt. Die Gästezimmer sind in der Regel Teil des Familienhauses. Eine Familienanbindung ist aber weder erwünscht noch möglich.

Um Missverständnisse zu vermeiden, hier ein paar Regeln, die zu beachten sind:

Ankunft: Anders als in Hotels und Hostels muss man davon ausgehen, daß man nicht jederzeit auftauchen kann. Die Gastgeber betreiben ein B&B oft nur als Nebenerwerb und nicht als hauptberufliches Unternehmen mit Angestellten. Das heißt, dass die Gastgeber tagsüber mit anderen Dingen beschäftigt sind. Deswegen gilt die Regel, die von “Town & Country Homes”, einer Art B&B-Vereinigung, aufgestellt wurde: Möglichst nicht vor 14 Uhr und nicht nach 18 Uhr auftauchen. Ausnahmen sind natürlich vorherige Absprachen, wenn Gäste im Voraus gebucht haben und aus verschiedenen Gründen zu einer bestimmten Zeit ankommen wollen oder können.

Ist man hingegen bereits Gast kann man natürlich ins B&B zurückkommen, wann man will. Manche Vermieter/innen geben den Gästen einen Hausschlüssel, andere lassen einfach die Tür offen – in Gegenden, wo dies noch möglich ist. Für die Sicherheit der Wertgegenstände sollte man selber Sorge tragen.

Rabatt: Bleibt man länger als drei Nächte, bieten manche Vermieter einen Rabatt, der jedoch ganz individuell gestaltet ist und nicht immer freiwillig angeboten wird. Fragen lohnt sich. Viele bieten zumindest einen Wochenrabatt an.

Frühstückszeiten: Es gibt Gäste, die gerne schon um sechs Uhr morgens losziehen und erwarten, dass sie dann gleich Frühstück bekommen. Das geht nach Absprache – zum Beispiel, wenn man einen frühen Flug erreichen muss. Aber grundsätzlich gibt es Frühstück zwischen acht und zehn Uhr. Wer außer aus einsichtigen Gründen Frühstück vorher haben will, darf sich meistens im Frühstücksraum selbst bedienen – ein „cooked breakfast“ kann man kaum erwarten.

Abreise: Die Abreise sollte man so bald als möglich nach dem Frühstück legen, also nicht noch bis nachmittags rumhängen, weil der Flieger erst am Abend geht. Empfohlen wird 11 Uhr, da dann Zeit genug bleibt, um die Zimmer für die nächsten Gäste fertig zu machen.

Kinderermäßigung: Die meisten B&Bs bieten Kinderermäßigung bis zu max. 50 % an. Das gilt allerdings nicht für Sprösslinge, die ihr eigenes Zimmer beanspruchen, sondern nur, wenn die Kinder bei den Eltern in einem Zustellbett schlafen oder drei oder mehr Kinder sich ein Zimmer teilen.

Haustiere: Mitgebrachte Haustiere in den Zimmern sind meist nicht gestattet. Es ist eine Frage der Hygiene, auch mit Rücksicht auf andere Gäste. Sind Haustiere erlaubt, muss man mit einem kleinen Aufpreis rechnen.

Einige Begriffe, die man bei der Buchung verstehen sollte: Es gibt vier verschiedene Kategorien von Zimmern: family, twin, double und single.

Ein family room beinhaltet ein Doppelbett sowie ein oder mehr Einzel- bzw. Zustellbetten, ist also für Eltern mit Kindern gedacht.

Ein double room ist ein Zimmer mit einem Doppelbett – wobei es sich in Irland meist um jene Art von Bett handelt, die man in Deutschland als “französisches Bett” bezeichnet (140-160 cm x 200 cm). Doppelbetten haben zudem meist nur eine Zudecke in den Maßen 2×2 Meter – ideal zum Kuscheln, aber nicht für Leute, die an ihre jeweils eigene Decke gewöhnt sind.

Ein twin room ist ein Zimmer mit zwei Einzelbetten. Das spricht für sich selbst.

Der single room ist leider eine seltene Spezies, ein Zimmer mit einem Einzelbett, für das ein Gast auch nur den Einzelpreis zahlt. Die meisten B&Bs haben nur doubles oder twins. Für diese Zimmer gibt es dann für Einzelreisende das single supplement – den Einzelbelegungszuschlag, der in manchen Fällen heftig ausfallen kann. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Denn wie gesagt, B&Bs sind eine private Angelegenheit und keine einklagbare Dienstleistung.

All rooms en suite: Man findet dieses Zeichen an vielen B&Bs. Es heißt schlichtweg „Zimmer mit eigenem Bad“. Das kostet immer ein bißchen mehr, aber ein Bad mit anderen Gästen oder den Gastgebern zu teilen ist im Prinzip keine große Sache – falls eine bestimmte Anzahl von Gästen nicht überschritten wird. Die hygienischen Verhältnisse können allerdings zwischen akzeptabel und katastrophal schwanken

Das Kleeblatt der „approved accommodation“:
Die irische Tourismusbehörde hatte einstmals das ehrenwerte Ansinnen, die Unterkunftsangebote auf einen Mindeststandard zu prüfen. Wer diese Prüfung bestand bekam das Zeichen des dreiblättrigen Kleeblattes, das man heute an den meisten B&Bs sehen kann.

Wie so vieles, ging auch das über das ursprüngliche Anliegen hinweg. Mittlerweile sind die Standards so überschraubt und entindividualisiert, dass die Mehrzahl der B&Bs eine ebenso standardisierte aber unpersönliche Atmosphäre bieten.

Es gibt jedoch noch immer jene Häuser, die auf das Kleeblatt verzichten und individuelle Gastfreundschaft pflegen. Aber das ist, wie so vieles, was man beim Reisen unternehmen kann, Glückssache: Man kann ein kleines Juwel ebenso entdecken, wie eine grauenvolle Absteige.

In Nordirland müssen dagegen alle B&Bs überprüfbar und klassifiziert sein.

B&B-Häuser können Sie im Irish-Net als sogenannte “Offene-Gutscheine” buchen. Das heisst: Sie kaufen beispielsweise 7 offene B&B-Voucher (Gutscheine), erhalten mit den Vouchern dann ein B&B-Verzeichnis (ist schon eher ein kleines Buch…) mit allen Adressen und Telefonnummern. Sie reservieren dann einfach und bequem unterwegs telefonisch Ihre Unterkünfte und “bezahlen” mit den B&B-Vouchern. Vorteil: Sie schleppen kein Bargeld quer durchs Land und wissen im voraus den Preis für jede Übernachtung. Das Buch ist außerdem nützlich, da es extrem viele B&B´s auflistet. Der Nachteil: Viele B&B-Inhaber sind von den Gutscheinen weniger begeistert und bevorzugen Bargeld, das sich auch leichter verbuchen (oder eben nicht) lässt.



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