Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Bodhran

Sogar auf Briefmarken

… repräsentativ für traditionelle irische Musik abgebildet, ist die Bodhran eine flache, runde Trommel mit Fellbezug, die schon etwa 3000 v. Chr. nachgewiesen ist – in Ländern wie Afghanistan.

Allerdings ist es schwierig einen Nachweis für die bloße Existenz von Bodhrans als Musikinstrument in Irland vor 1900 n. Chr. zu finden.

Das Instrument wurde von John B. Keane in seinem “The Bodhran Makers” so sehr mythologisiert, dass es wenig wundert, dass man auch im Volksglauben von der Bodhran als ur-irischem Instrument ausgeht. Filme wie “Titanic” halfen bei diesem falschen Image kräftig (und absolut unhistorisch) nach.

Die Bodhran scheint sich vor allem aus dem Tamburin des islamisch-arabischen Kulturkreises entwickelt zu haben, erste Dokumente zeigen Schellen am Rand oder erwähnen als Klanggeber befestigte Metallscheiben. Bodhrans ohne Schellen, also in der heute bekannten Art (und mit der heute praktizierten angeblich traditionellen Spielweise mit Hilfe eines “stick”) sind erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts sicher bekannt!

Auch die verschiedenen Spielweisen (mit verschiedenen Schlägern oder einfach mit den Händen) sind gleichberechtigt, wobei “Hände pur” wahrscheinlich die archaischste sein dürfte. Wer den Ursprung des Bodhran aus dem nahen Osten nicht schlucken mag (oder will), kann sich trösten: Bodhrans ohne Schellen wurden bereits im Mittelalter in Irland und Schottland nachgewiesen.

Allerdings nicht als Musikinstrument, sondern schlichtweg als Küchenutensil. Und auch mit Töpfen und Pfannen kann man Musik machen. Ist die Bodhran also eine Art “keltisches Waschbrett”?

Bekanntester Bodhran-Hersteller (und auch auf oben erwähnter Briefmarke zu finden) ist übrigens Malachy Kearns in Roundstone.



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