Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Book of Kells

Ein bedeutender Kunstschatz

Das Book of Kells gehört zu den bedeutendsten Kunstschätzen, die aus dem frühen Mittelalter aus Irland stammen. Heute werden diese Bibelabschriften dazu benutzt, die Geistes- und Gedankenwelt der Menschen jener Zeit zu verstehen – oder es zumindest zu versuchen.

Im Book of Kells geht es zwar um die lateinischen Texte der Evangelien, die allerdings mit doch recht erstaunlich vielen Fehler abgeschrieben wurden. Doch weitaus wichtiger sind die farblichen Gestaltungen der einzelnen Seiten, die das Werk zu einem wahren Kunstwerk machen. Die Verzierungen auf den Seiten sind besonders einfallsreich und auch heute noch beeindruckend. Die einzelnen Muster sind verknüpft worden, so dass sich das christliche Symbol des Kreuzes neben Flechtwerk aus der Antike, Trompeten- und Spiralmustern wiederfindet. Die Worte, mit denen die vier Evangelien beginnen, wurden dabei besonders kunstvoll ausgeschmückt und gestaltet, sie wirken schon fast wie eigenständige Kunstwerke. Der Betrachter muss sich teilweise stark konzentrieren, damit er die Anfangsbuchstaben einzelner Wörter überhaupt erkennen kann, denn sie verlieren sich in den kunstvollen Malereien.

Im Zentrum der Darstellungen steht die Verherrlichung Jesu sowie des Glaubens der Christen und es werden wunderbare Bilder der Evangelisten dargestellt. Zwischen den einzelnen Buchstaben sind verschiedene Tiere zu finden, die Katzen, Hasen, Pferde und Hirsche. Auch einige frei erfundene Gestalten sind hier erkennbar. Der Textbezug zu den Malereien konnte allerdings von den Wissenschaftlern nicht an jeder Stelle hergestellt werden, scheinbar handelt es sich teilweise einfach um Verzierungen, die losgelöst vom Text eingebracht wurden.

Die Herkunft des Book of Kells konnte bis heute noch nicht komplett erklärt werden. Es wird aber davon ausgegangen, dass das Buch im 8. Jahrhundert auf Iona, einer winzig kleinen Insel vor Schottland, begonnen wurde. Fertiggestellt wurde es vermutlich im Kloster von Kells. Wissenschaftler gehen davon aus, dass mehrere Illustratoren an der Fertigstellung beteiligt waren, denn die Malereien sind in unterschiedlichem Stil gehalten.

Der Aufwand, der betrieben wurde, damit das Book of Kells fertiggestellt werden konnte, war enorm. So wurden Künstler von weither eingeladen, an dem Buch mitzuarbeiten und es wurden geschätzte 185 Kälber geschlachtet, damit das Pergament für das Buch in ausreichendem Maße hergestellt werden konnte. Für die Farben wurden nur hochwertige Pigmente verwendet, so Lapislazuli für die verschiedenen Blautöne. Das Rot stammt von der Kermesschildlaus, die aber nur im Mittelmeerraum beheimatet ist.

Heute kann das Book of Kells im Trinity College in Dublin besichtigt werden und es gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Irland, die am häufigsten besucht werden. Es gibt sogar eine Faksimileausgabe des Buches, die detailgetreu angefertigt wurde. Sie ist allerdings nicht ganz günstig.



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