Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Bürgerkrieg in Irland (1922-1923)

Nach Abschluss des Anglo-Irischen Vertrages

… vom 6. Dezember 1921 brach die bis dahin weitgehend geeinte irisch-republikanische Front auf: Der Vertrag gab Irland zwar den Titel eines “Freistaates”, behielt jedoch die Bindung in das Britische Empire bei, ermöglichte den Briten die Nutzung wichtiger maritimer Militärbasen (Treaty Ports) und trennte Nordirland ab.

Bei der ersten Wahl im Juni 1922 gewannen die Vertragsbefürworter eine Mehrheit, die dem Vertrag entschieden negativ gegenüberstehenden Republikaner und die IRA waren jedoch ohnehin schon außerparlamentarisch im Begriff, einen Staat im Freistaat zu gründen. Gleichzeitig versuchten sie im Norden, republikanisch-katholische Bevölkerungsteile zu schützen – hier gab es bereits mehrere hundert Tote bei Unruhen.

Als die IRA Feldmarschall Sir Henry Wilson in London ermordete (22. Juni 1922 – ein alter Mordbefehl des jetzigen Freistaatlers Michael Collins bestand noch und verlieh der Aktion eine offizielle Gültigkeit), verlangte die Britische Regierung ein Handeln des Freistaates und die Räumung der republikanischen Positionen.

Nach einigem Zögern befahl Michael Collins den Angriff auf die Republikaner, wobei dann auch gleich die schon 1916 vernichtete Sackville (O'Connell) Street nochmals in Trümmer gelegt wurde. Die IRA führte weitgehend einen Guerillakrieg und wendete mit gezielten Mordanschlägen gegen die Freistaatler Taktiken an, die sich gegen die Briten als effektiv erwiesen hatten. Der Freistaat Irland reagierte mit Methoden, die man sich von den Briten hatte abschauen können – so wurden mehr als 77 gefangene Republikaner durch Freistaat-Truppen schlichtweg standrechtlich erschossen.

Am 24. Mai 1923 verkündete die militärisch unterlegene (aber nicht besiegte) IRA einen Waffenstillstand, der Bürgerkrieg war beendet.



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