Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z
Cromwell, Oliver
Wohl niemand (mit Ausnahme von Strongbow vielleicht) ist bei der breiten Masse der Iren so verhasst wie Oliver Cromwell (1599-1658), religiöser Extremist, Revolutionär, Heerführer und letztlich Lord Protector.
Er ist “the man you love to hate” und Synonym für Mord, Brandschatzung und alles negative Englische.
Zu Recht? Während meistens die Belagerungen von Drogheda und Wexford als Beispiele genommen werden, sind diese Kriegsgeschehnisse nicht wesentlich abweichend von anderen Ereignissen etwa zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges.
Cromwells dunkelste Stunde war weniger auf militärischer denn politischer Seite zu sehen – seine rücksichtslose Durchsetzung der Adventurers Act von 1642 (“To Hell or to Connacht!”), die nur mit Robert Mugabes Farmpolitik verglichen werden kann.
Sein Hass auf alles Irisch-Katholische und sein Wunsch nach Rache für die Massaker von 1641 machten ihn blind für moderate Lösungen.
So trägt er zweifelsohne Mitverantwortung für die endgültige Spaltung der irischen Bevölkerung, ideologisch wie ökonomisch.
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