Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Harfe

Durch ihre Verwendung als Symbol Irlands und populäre Schlussfolgerung ergo das “keltische Instrument” per se, war schon um 2500 v.Chr. in Mesopotamien bekannt und hat sich dann im europäischen, nordafrikanischen und asiatischen Raum verbreitet.

Es ist nicht sicher, wann die klassische dreieckige Harfe nach Irland kam: Hardliner der “keltischen Theorie” bestehen darauf, dass der fehlende Nachweis etwa in Skulpturen ein Beweis ist, dass die Christen die Harfe als heidnisch-keltisches Instrument verdammten. Andere Musikwissenschaftler wenden Ockhams Rasiermesser an und gehen davon aus, dass dänische Wikinger die Harfe erst im 9. Jahrhundert “einschleppten”.

Im späten 11. Jahrhundert galt die Harfe jedenfalls als populäres Instrument, zumindest bei Profimusikern und in begüterten Kreisen. Die älteste erhaltene irische Harfe ist die Brian-Boru-Harfe im Trinity College, die aus dem späten 14. Jahrhundert stammt und so leider wenig mit Brian Boru zu tun hat.

Wie dem auch sei – zum guten Ton an einem irischen Fürstenhof gehörten ein Poet und ein Harfenspieler einfach dazu. In der Renaissancezeit setzte bei knapper werdenden Kassen ein akuter Beschäftigungsmangel ein, der Haus-und-Hof-Harfenspieler fiel dem Outsourcing zum Opfer und wurde durch den wandernden Harfenspieler ersetzt.

Am Beginn der napoleonischen Zeit galt jedoch auch der Job des Wandermusikers als vom Aussterben bedroht, nur noch wenige Auftritts- und damit Verdienstmöglichkeiten waren gegeben.

Die Harfe wurde zu einem klassischen Instrument und verlor etwas den direkten Bezug zur Volksmusik. Ein Revival wurde erst im Folkboom des 20. Jahrhunderts, vor allem der siebziger Jahre, möglich – der Bretone Alan Stivell ist vielleicht an erster Stelle zu nennen.



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