Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Magdalen Laundries

Benannt nach der Maria Magdalena

… waren die ersten “magdalens” Prostituierte, die aussteigen wollten und Hilfe in speziellen Übergangsheimen bekamen.

Das Dublin Magdalen Asylum eröffnete in der Lower Leeson Street im Jahre 1767 für protestantische Aussteigerinnen, ein katholisches Magdalenenheim öffnete in Cork 1809.

Zunächst eben als Heime für eine Übergangszeit gedacht und von Laien finanziert, änderte sich dieses Bild vor allem nach der Ankunft der “Good Shepherd Sisters” aus Frankreich 1848.

Von Übergang war jetzt keine Rede mehr, die Prostituierten wurden mit allen legalen Mitteln vom Verlassen des Heimes abgebracht – und wenn das nicht half, schlicht eingesperrt.

Als der Nachschub an reumütigen Prostituierten ausblieb, erweiterten die Nonnen ihr Klientel auf alle “gefallenen Frauen und Mädchen”.

Mit Wissen und Hilfe des Staates, der Familien und der Kirche wurden jetzt unverheiratete Mütter, schwererziehbare Mädchen, Ausreißerinnen, Vergewaltigungsopfer und geistig behinderte Frauen hier “sicher untergebracht”.

Sie mussten in gefängnisähnlichen Bedingungen und unter zumindest psychischer, oft auch physischer Misshandlung Fronarbeiten in den Wäschereien leisten, die immer an die Magdalenenheime angeschlossen waren und vor allem für andere kirchliche und staatliche Einrichtungen einen kostengünstigen Reinigungsservice boten.

Was wie eine Geschichte aus dem dunklen Mittelalter klingt, endete erst in den 1990ern – die letzte Magdalen Laundry schloss 1996 in der Gloucester Street, Dublin, ihre Tore!

Übrigens gehören die oft in den Magdalenenheimen zu findenden Darstellungen der Maria Magdalena häufig mit zu den Spitzenerzeugnissen der erotischen Kunst …



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