Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Piraten

Wer mit Kindern nach Irland reist

… kann sie vielleicht mit ein paar Piratengeschichten unterhalten! Vor allem an der Westküste der Insel gab es eine alte Tradition in diesem Gewerbe, das von den Familien O'Flaherty und O'Malley beherrscht wurde.

Mit kleinen, wendigen Schiffen stellten sie Handelsreisenden nach und kaperten oft reiche Beute. Star der Piratenszene war im späten 16. Jahrhundert die “Königin” Grace O'Malley (Granuaile), die die Küste
von Mayo mit einer Flotte von Seglern und Galeeren (!) unsicher machte und als Nebenerwerb auch Rebellionen unterstützte. Das machte sie sogar für Elizabeth I. zu einer ernst zu nehmenden Gegnerin!

Die Küstenpiraterie wurde jedoch bald durch die industrielle Freibeuterei bis hin zur amerikanischen Küste abgelöst, die vor allem in englischem Auftrag und gegen die Spanier erfolgte. Vor allem Munster profitierte von diesem neuen Erwerbszweig.

Danach wurde Irland selbst zum Opfer von Piraten, türkische und andere muslimische Unternehmer steuerten die Küsten an und nahmen, was sie kriegen konnten. Vor allem Sklaven – allein 1631 raubten algerische Piraten mehr als hundert Einwohner von Baltimore, County Cork.

Der letzte große Piratenboom erfolgte dann gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als sich Iren an den Unternehmungen internationaler Interessengemeinschaften in der Karibik beteiligten. In einer skurrilen Verquickung aller irischen Piratentraditionen schaffte es dabei Anne Bonney aus Baltimore zu einigem Ruhm, als Mann verkleidet und teils zusammen mit ihrer zeitweiligen Liebhaberin Mary Read (ebenfalls als Mann verkleidet) kaperte und plünderte sie unter Calico Jack Rackham … und überlebte das Todesurteil für die gesamte Besatzung nur Dank einer Schwangerschaft!



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