Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z

Saint Patrick's Day

17. März, Nationalfeiertag aller Iren

… und sich irgendwie irisch fühlenden Menschen und Guinness-Trinker weltweit.

Gefeiert wird der Tag des Heiligen Patricius zwar nach dem liturgischen Kalender, mittlerweile hat er jedoch kaum noch religiöse Bedeutung. Zwar gibt es immer noch die traditionellen Feiertagsgottesdienste, diese sind jedoch gerade im städtischen Bereich sehr in den Hintergrund getreten.

Das deutlichste äußere Merkmal der Feiern sind heute die Paraden, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt sind. Sie wurden vor allem in den USA durch den Ancient Order of Hibernians und ähnliche Emigrantengesellschaften zu einer zwei Zwecken dienenden Veranstaltung modelliert: Zum einen bewiesen die Iren durch die ordentlichen Paraden Disziplin und machten auf sich als geschlossene Gruppe aufmerksam, zum anderen wurde der Zusammenhalt der Emigranten gestärkt und die Verbindung in das Old country aufrecht erhalten.

Dies diente natürlich auch politischen Zwecken. Erste Feiern zum Paddy's Day gab es 1737 allerdings schon in Boston, in New York marschierte die erste Parade 1766 (beide noch unter britischer Verwaltung!). Interessanterweise handelte es sich hier um Paraden, die von protestantischen Iren organisiert und von Angehörigen der britischen Armee dominiert wurden – erst mit der massiven Zuwanderung katholischer Iren im Zuge der Hungersnot änderte sich dieses Bild.

Große Paraden gibt es nach wie vor in den USA (mit New York an der Spitze), in Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika, dazu auch in Argentinien und auf Montserrat (der einzige Staat außer Irland, der den St. Patrick's Day als offiziellen Feiertag begeht!). In Großbritannien wird der Tag von Iren mit kleineren Paraden begangen, so in London, wo auch die Irish Guards an diesem Tag frisches Shamrock an die Uniform geheftet bekommen.

In Irland selbst ist der Boom der Paraden etwa in den 1970ern ausgebrochen … und generell ist dies eher eine irische Form des Karneval denn ein besinnendes In-Sich-Gehen (… der spirituelle Teil erfolgt dann spätestens am nächsten Morgen beim Gebet an den großen Gott der Porzellanschüssel!).



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