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Tin Whistle

Tin Whistle

Die Tin Whistle stammt von den britischen Inseln und ist seit dem Jahr 1825 unter diesem Namen bekannt. Diese Flöte besitzt sechs Löcher und wird in erster Linie für die irische Folkmusik eingesetzt. Einst war das Rohr der Flöte nur aus einfachem Blech gerollt worden, heute wird zumindest das Mundstück aus Kunststoff gefertigt. Für das Rohr wird heute auch gern Kunststoff verwendet.

Die Tin Whistle besticht durch ihren hohen und klaren, sehr hellen Klang. Allerdings sind die höchsten Töne eher schrill, was aber von Hersteller zu Hersteller variieren kann. Gestimmt ist die Flöte traditionell in D-Dur, es gibt sie aber auch in anderen Tonarten zu kaufen.

Der erste Hersteller, der die Tin Whistle industriell fertigen ließ, war Robert Clarke, der aus Manchester stammte. Die Clarke Whistles sind auch heute noch erhältlich und haben sich interessanterweise in der Bauart seit 1843 kaum verändert. Sie sind sozusagen der Urtyp der der Tin Whistles. Im Mundstück dieser Flöten befindet sich ein Holzpflock.

Die heute erhältlichen Flöten werden nicht nur aus dem bereits erwähnten Messing hergestellt, sondern auch aus anderen Materialien, wie Eisenblech, Kupfer oder Silber. Teilweise wird die gesamte Tin Whistle aus Kunststoff gefertigt.

Als besondere Form der Tin Whistle gilt die Low Whistle, eine große und tiefe Variante der Flöte. Sie werden aus Aluminium oder aus anderen Metallen gefertigt. Teilweise sind sie auch aus Holz oder Kunststoff hergestellt.

Gespielt wird die Tin Whistle mit den mittleren drei Fingern, wobei beide Hände eingesetzt werden. Die linke Hand ist für die oberen Löcher zuständig, die rechte Hand deckt die unteren Löcher ab. Rund zwei Oktaven können mit der Tin Whistle gespielt werden, wenn die einzelnen Grifftechniken richtig beherrscht werden. Teilweise ist der Tonumfang sogar noch größer.

Die einzelnen Töne werden bei der Tin Whistle kaum mit der Zunge angestoßen, wie das zum Beispiel bei der Blockflöte der Fall ist. Es werden so genannte Ornamente eingesetzt, die die Töne voneinander trennen sollen. Ein solches Ornament ist zum Beispiel der Cut, bei dem ein höheres Griffloch ganz kurz geöffnet wird. Typisch für die irische Musik ist das Ornament Roll, bei dem eine rasche Tonfolge gegriffen werden muss.

Die Tin Whistle galt lange Zeit als Kinderinstrument, weil die einzelnen Griffe rasch zu erlernen sind. Als Instrument für die Bühne gibt es die Tin Whistle erst seit ungefähr der sechziger Jahre, als der Irish Rock ein Revival feierte. In Irland gilt die Tin Whistle als beliebtes Volksinstrument.



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