Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z
Wilde, Oscar Fingal O'Flahertie Wills
1856 in Dublin als Sohn eines Arztes
… und einer feministischen Künstlerin geboren, wurde Oscar Wilde in Enniskillen, am Trinity College und in Oxford ausgebildet.
Über das Haus seiner Eltern am Merrion Square fand er schnell Kontakt zur “Boheme” Dublins, was er auch in Oxford fortsetzte. Gleichzeitig etablierte er sich mit einigen Gedichten als “junger Wilder” (die Themen waren Ästhetik, Sex und Republikanismus, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge), er selbst nannte sich “Professor für Ästhetik” und wurde auch als solcher auf Tourneen durch Nordamerika gefeiert.
Verheiratet mit zwei Kindern musste er jedoch auch ein geregeltes Einkommen erreichen und beendete das Wanderleben. Ab 1886 bestand eine längere homosexuelle Beziehung zu Robert Ross, was ihn nicht daran hinderte, sich auch in den jungen Lord Alfred Douglas zu verlieben – dessen Vater ihn “outete”.
Wilde zog wegen Verleumdung vor Gericht, was seine Sexualität zum Thema werden ließ und für ihn mit einer zweijährigen Zwangsarbeitsstrafe endete. Aus dieser Erfahrung heraus schrieb er seine “Ballad of Reading Goal” (1898), konnte aber den Erfolg nicht genießen und verstarb schon 1900 in Paris.
Begraben ist er auf dem Friedhof Père Lachaise – wo auch Jim Morrison seine letzte Ruhestätte fand (oder nicht?). Zu Wildes bekanntesten (und heute noch gelesenen oder aufgeführten) Werken gehören “The Picture of Dorian Gray” (1889), “The Happy Prince” (1887) und “The Importance of Being Earnest” (1895).
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