Das große Irlandlexikon | Irland von A-Z
Wildgänse, Wild Geese
Im eigentlichen Sinne jene Männer und Frauen
… die ihre Heimat Irland verlassen haben und in den Diensten der katholischen Herrscher Europas als Söldnerheere dienten. Ihre Hochzeit lag zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.
Die meisten dieser Söldnergruppen waren nicht wie auf dem Kontinent sonst üblich bunt zusammengewürfelt, sondern bestanden aus kompletten Familienverbänden, die sich unter der Führung eines Patriarchen verkauften.
Hauptarbeitgeber der Wildgänse war zunächst Spanien. Nach dem Vertrag von Limerick (1691) gingen fast 14.000 Soldaten aus dem Jakobitenheer nach Frankreich, wo sie eine eigene Irische Brigade bildeten. Auch Österreich beschäftigte grosse Kontingente der “Wild Geese”.
Irische Söldner an sich waren schon seit dem späten Mittelalter in Kontinentaleuropa bekannt, später kämpften sie um 1500 als Teil der “Schwarzen Garde” in Skandinavien und Nordwesteuropa, auch der Dreißigjährige Krieg sah zahlreiche Iren quer durch Deutschland ziehen.
Nach der Französischen Revolution behielt Napoleon eine separate Irische Brigade in seiner Armee, komplett mit flaschengrünen Uniformen. Ähnliche “ethnisch irische” Einheiten gab es weltweit – von den mexikanischen “Patricios” über die irischen Einheiten sowohl der Konföderierten als auch der Union im Sezessionskrieg, von der Irischen Brigade auf Seiten der Buren bis hin zu Casements Irischer Brigade im deutschen Limburg.
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